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Mit zunehmender Automatisierung nimmt die Transparenz in der Prozessausführung ab – und sowohl Anwender als auch Betreiber verlieren den klaren Überblick darüber, was tatsächlich geschieht.

Die digitale Transformation hat messbare Fortschritte gebracht:
Prozesse sind schneller geworden, Kosten gesunken, Self-Service-Kanäle skalieren.

Doch mit der zunehmenden Verteilung von Unternehmenssystemen entsteht eine neue Herausforderung: die End-to-End-Sichtbarkeit automatisierter Prozesse sicherzustellen.

In vielen Organisationen laufen Prozesse im Normalfall reibungslos. Doch sobald Abweichungen auftreten, werden selbst grundlegende Fragen schwierig zu beantworten:

  • Wo befindet sich der Prozess aktuell?
  • Was blockiert ihn?
  • Was passiert als Nächstes?

Diese sogenannte Visibility Gap entwickelt sich zu einer der zentralen, oft unterschätzten operativen Herausforderungen moderner Automatisierung.

Warum Automatisierung Transparenz erschwert

In den letzten Jahren haben sich Unternehmensarchitekturen grundlegend verändert.

Prozesse, die früher in einem einzigen System abgebildet waren, verteilen sich heute über mehrere Plattformen und Services:

  • ERP-Systeme
  • CRM-Plattformen
  • SaaS-Anwendungen
  • interne Microservices
  • Partner-APIs

Die Ausführung ist zunehmend asynchron, event-getrieben und systemübergreifend.

Technisch betrachtet funktioniert vieles weiterhin korrekt. Aus Business-Perspektive wird es jedoch deutlich komplexer, den Zustand eines konkreten Prozessfalls nachzuvollziehen.

Kein Zufall: Laut Analystenschätzungen sind bis zu 80 % der Geschäftsprozesse in großen Unternehmen nicht vollständig End-to-End sichtbar. Diese Entwicklung treibt den Einsatz von Process-Mining-Plattformen wie Celonis oder SAP Signavio stark voran.

Das Problem liegt dabei nicht in fehlendem Monitoring – die meisten Organisationen verfügen über umfangreiche technische Telemetrie.

Das eigentliche Problem:
Technische Observability ist nicht gleich Business-Transparenz.

Wann Prozesssichtbarkeit zusammenbricht

In der Praxis zeigt sich mangelnde Transparenz immer wieder in ähnlichen Szenarien:

  • Ein Onboarding-Prozess bleibt zwischen Identitätsprüfung und Kernsystem hängen
  • Eine Bestellung scheitert in einer Partnerintegration
  • Ein Telekom-Serviceauftrag fällt aus dem Provisioning-Prozess

In all diesen Fällen funktioniert die Automatisierung im Regelfall. Doch sobald ein Prozess vom erwarteten Pfad abweicht, wird sein Status unklar.

Typische Fragen entstehen:

  • Welches System blockiert den Prozess?
  • Welcher Schritt ist fehlgeschlagen?
  • Wer ist verantwortlich für die Lösung?

Die Beantwortung erfordert oft manuelle Analysen über mehrere Systeme hinweg.

Praxisbeispiele aus Unternehmen

Banken: Onboarding-Prozesse

Moderne Kunden-Onboarding-Prozesse umfassen u. a.:

  • Identitätsprüfung (KYC)
  • Geldwäscheprüfung
  • Dokumentenvalidierung
  • Bonitätsbewertung
  • Kernbanksysteme
  • externe Datenanbieter

Jeder Schritt läuft häufig in einem eigenen System.

Kommt es zu Verzögerungen, sieht der Kunde meist nur einen Status wie:
„Verifizierung läuft“.

Intern hingegen kann die Ursachenanalyse eine aufwendige Rekonstruktion über mehrere Systeme erfordern.

Dies ist einer der Gründe, warum Banken zu den größten Anwendern von Process-Mining- und Operational-Intelligence-Tools gehören.

Telekommunikation: „Order Fallout“

Ein bekanntes Problem in der Telekommunikation ist der sogenannte Order Fallout.

Ein Auftrag durchläuft mehrere Systeme:

  • Kundenmanagement
  • Netzwerk-Provisioning
  • Abrechnungssysteme
  • Partnerintegrationen

Scheitert ein Schritt oder entstehen Inkonsistenzen, fällt der Auftrag aus dem automatisierten Prozess heraus.

Viele Unternehmen betreiben eigene Teams, die solche Fälle manuell nachverfolgen und korrigieren.

Supply Chain: Order-to-Cash

In globalen Lieferketten umfasst der Order-to-Cash-Prozess u. a.:

  • ERP-Systeme
  • Warehouse-Management
  • Logistikplattformen
  • Partnerintegrationen

Ein einzelner Auftrag erzeugt Events über zahlreiche Systeme hinweg.

Bei Störungen ist oft unklar, wo genau der Prozess verzögert wird.

Dies hat zur Entwicklung von sogenannten Control Towers geführt – Systeme zur End-to-End-Transparenz operativer Abläufe.

Lösungen von Unternehmen wie Kinaxis oder SAP zielen genau darauf ab, dieses Problem zu lösen.

Warum klassisches Monitoring nicht ausreicht

Moderne IT-Landschaften erzeugen enorme Mengen an Daten:

  • Logs
  • Metriken
  • Traces
  • Infrastruktur-Monitoring

Diese Tools sind jedoch primär auf Systemzustände ausgelegt – nicht auf Geschäftsprozesse.

Ein Log kann zeigen, dass ein API-Call fehlgeschlagen ist. Er beantwortet jedoch nicht die entscheidende Frage: Welcher konkrete Geschäftsfall ist betroffen?

Diese Lücke hat zur Entstehung neuer Kategorien geführt:

  • Business Observability
  • Process Intelligence

Operative Auswirkungen mangelnder Transparenz

Fehlende Sichtbarkeit bedeutet nicht zwangsläufig häufige Fehler –
doch im Problemfall sind die Auswirkungen erheblich:

  • Längere Lösungszeiten
    → Prozesse müssen manuell rekonstruiert werden
  • Höherer operativer Aufwand
    → Eskalation an technische Spezialisten
  • Eingeschränkte Optimierung
    → fehlende Datenbasis für Verbesserungen

Laut einer McKinsey-Studie zum Thema Automatisierung erfordern 30–50 % der automatisierten Arbeitsabläufe nach wie vor menschliches Eingreifen, häufig aufgrund von Ausnahmen oder Sonderfällen.

Es ist daher von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wo und warum diese Ausnahmen auftreten.

Automatisierung neu denken: Transparenz als Designprinzip

Führende Unternehmen behandeln Prozesssichtbarkeit zunehmend als Kernfähigkeit – nicht als Nebenprodukt.

Zentrale Architekturprinzipien:

1. Explizite Prozesszustände

Klare Business-Status statt technischer Logs, z. B.:

  • Antrag eingegangen
  • Prüfung abgeschlossen
  • Ausnahme erkannt

2. Event-basierte Nachverfolgung

Prozessschritte erzeugen Events, die zu einer Echtzeit-Prozesssicht aggregiert werden.

3. Zentrale Prozess-Dashboards

Fachbereiche können Prozesse verfolgen – ohne Systemanalyse.

4. Integriertes Exception Handling

Abweichungen werden automatisch erkannt und adressiert.

Die nächste Reifestufe der Automatisierung

Die erste Welle der digitalen Transformation hat Prozesse digitalisiert und automatisiert. Die nächste Phase fokussiert sich auf Verständlichkeit in Echtzeit.

Mit zunehmender Verteilung und Event-Orientierung von Systemen wird Sichtbarkeit zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Organisationen, die in Process Intelligence investieren, profitieren von:

  • schnelleren Problemlösungen
  • fundierteren Entscheidungen
  • besserer Kundenkommunikation
  • höherer Kontrolle über komplexe digitale Prozesse

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