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von Striped Giraffe Team
16. Juli 2021
Lesezeit: 11 Minuten
Künstliche Intelligenz

Viele deutsche Unternehmen erkennen die Chancen, die Künstliche Intelligenz ihnen bietet

Fast 70 Prozent der deutschen Unternehmen halten künstliche Intelligenz (KI) für eine Schlüsseltechnologie der Zukunft, so die aktuelle Bitkom-Studie. Im Vergleich zu den Vorjahren erkennen immer mehr Organisationen KI als Chance für ihr eigenes Geschäft. Daher ist es auch nicht überraschend, dass der Anteil derer, die KI-Anwendungen nutzen oder Investitionen in die Technologie planen, stetig wächst.

Heutzutage entwickelt sich die künstliche Intelligenz schneller als erwartet und findet ständig neue Anwendungsfälle in allen Branchen und in jedem Unternehmensbereich, einschließlich Marketing, Vertrieb, Personalwesen, Logistik, Beschaffung, Buchhaltung und Finanzen. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die exponentiell wachsenden Datenmengen in den letzten Jahren, verbunden mit der rasanten Entwicklung von Technologien zur Datenerfassung, -speicherung und -verarbeitung sowie der enormen Steigerung der Rechenleistung.

Künstliche Intelligenz umfasst eine Reihe von intelligenten Technologien vor allem Machine Learning, Deep Learning und Natural Language Processing. Tatsächlich sprechen viele Menschen von Machine Learning, wenn sie über KI reden, weil ML den größten Teil davon ausmacht.

Da KI auf Basis möglichst vieler Daten sämtliche Muster erkennen und zukünftige Ereignisse vorhersagen kann, ermöglicht sie effektive Entscheidungen im Unternehmen, die einen maßgeblichen Wettbewerbsvorteil ermöglichen können.

Unternehmen, die diese Technologie erfolgreich in verschiedenen Bereichen bei sich implementiert haben, konnten viele positive Ergebnisse erzielen, darunter:

  • Gesteigerte Effizienz und Produktivität aufgrund der Fähigkeit von KI, bestimmte Aufgaben in einem schnelleren Tempo und größeren Umfang auszuführen als Menschen
  • Bessere Entscheidungsfindung durch völlig neue Erkenntnisse, die durch die KI-Verarbeitung großer Datenmengen ermöglicht werden
  • Intelligente Automatisierung sich wiederholender Aufgaben, da KI besser als der Mensch in der Lage ist, routinemäßige und vorhersehbare Tätigkeiten, wie z. B. die Erfassung und Verarbeitung von Daten, auszuführen
  • Bessere Customer Experience durch die Fähigkeit der KI, Muster im Kundenverhalten und in der Entscheidungsfindung zu erkennen, um vorauszusagen, was die nächsten Schritte und Bedürfnisse sein werden
  • Verringerung menschlicher Fehler durch Minimierung der menschlichen Beteiligung an bestimmten Prozessen sowie durch Automatisierung sich wiederholender und regelbasierter Aufgaben
  • Verbesserte Überwachung von Prozessen, Maschinen, Werkzeugen, Lagerbeständen usw., wie beispielsweise die frühzeitige Fehler- und Defektdiagnose durch KI, bei der Daten von Sensoren analysiert werden, die an den Fabrikanlagen angebracht sind
  • Verbesserter Kundenservice und -support, z. B. durch den Einsatz von KI-basierten Chatbots, die einen 24/7-Service bieten und die Kommunikation mit Kunden automatisieren
  • Optimierter Einstellungsprozess, indem KI dabei hilft, Bewerbungen schnell zu sichten, diejenigen abzulehnen, die den Anforderungen nicht entsprechen, und Top-Kandidaten zu identifizieren
  • Effektive Betrugserkennung mit der Fähigkeit, Millionen von Transaktionen zu vergleichen und genau zwischen legitimen und betrügerischen Transaktionen zu unterscheiden
  • und vieles mehr.

Trotz zahlreicher Vorteile befindet sich KI bei den meisten Unternehmen noch in einem frühen Stadium der Umsetzung. Doch das scheint sich zu ändern, denn immer häufiger erkennen Organisationen die disruptive Bedeutung von künstlicher Intelligenz nicht nur für die globale Wirtschaft, sondern auch für ihr eigenes Geschäft. Lassen Sie uns anhand einer Studie einen genaueren Blick darauf werfen, wie Unternehmen in Deutschland, einer der größten Volkswirtschaften der Welt, KI und ihre Komponententechnologien sehen und nutzen.

 

Die vielversprechendste Technologie für die Wirtschaft

Der Digitalverband Bitkom hat untersucht, wie deutsche Unternehmen künstliche Intelligenz wahrnehmen und ob und wie sie diese bereits einsetzen oder planen. Dazu wurden über 600 Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen befragt.

Die meisten deutschen Unternehmen halten künstliche Intelligenz für die wichtigste Zukunftstechnologie in der Wirtschaft

Abb. 1 — Die meisten deutschen Unternehmen halten künstliche Intelligenz für die wichtigste Zukunftstechnologie in der Wirtschaft.

Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als zwei Drittel der Unternehmen (69 Prozent) künstliche Intelligenz für die wichtigste Zukunftstechnologie der deutschen Wirtschaft halten. Dagegen hält nur etwa jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) KI für einen Hype, der massiv überbewertet wird. Wie zu erwarten, ist die Einstellung zu künstlicher Intelligenz umso positiver, je größer ein Unternehmen ist (Abb. 1).

„Das ist nicht überraschend. In großen Unternehmen, vor allem auf Enterprise-Ebene, gibt es natürlich viel mehr Bereiche, in denen künstliche Intelligenz praktische Anwendung findet und einen konkreten Nutzen bringen kann.“ — sagt Franz Lingner, Projektleiter bei Striped Giraffe. „Außerdem ist die Implementierung von KI eine große technische Herausforderung, die erhebliche Ressourcen benötigt. Das können große Unternehmen natürlich eher stemmen, was deswegen dort zu einer höheren Akzeptanz von künstlicher Intelligenz führt als bei kleinen Firmen.“

 

Chancen überwiegen die Risiken

In der Umfrage kam heraus, dass immer mehr Unternehmen erkennen, dass ihr Geschäft von künstlicher Intelligenz profitieren kann. 62 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass KI Chancen für ihr eigenes Unternehmen bietet. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2020, als nur 55 Prozent der Befragten diese Meinung vertraten (Abb. 2).

Deutlich gesunken ist auch der Anteil derjenigen, die KI vor allem als Bedrohung sehen. Heute bewerten nur noch 21 Prozent der deutschen Unternehmen die Technologie als Risiko (im Vergleich zu 28 Prozent im Jahr 2020).

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen sieht in der künstlichen Intelligenz eher eine Chance als ein Risiko

Abb. 2 — Die Mehrheit der deutschen Unternehmen sieht in der künstlichen Intelligenz eher eine Chance als ein Risiko.

Mehr Worte als Taten

Der positive Wandel in der Einstellung zu künstlicher Intelligenz hat sich bislang nicht in der Anzahl der Unternehmen niedergeschlagen, die diese Technologie nutzen. Laut der Umfrage werden KI-Anwendungen nur in 8 Prozent der deutschen Unternehmen eingesetzt, verglichen mit 6 Prozent vor einem Jahr.

Positiv zu vermerken ist, dass der Anteil der Unternehmen, die den Einsatz von künstlicher Intelligenz planen oder darüber sprechen, von 22 Prozent im Jahr 2020 auf heute 30 Prozent gestiegen ist. Dementsprechend ist der Anteil der Unternehmen, die KI überhaupt nicht in Betracht ziehen, von 71 auf 59 Prozent gesunken.

Dennoch sieht es so aus, als würde sich die Situation in diesem Jahr nicht wesentlich verändern. Von allen befragten Unternehmen gaben nur 8 Prozent an, dass sie 2021 in künstliche Intelligenz investieren werden. Weitere 16 Prozent planen solche Ausgaben erst für das nächste Jahr oder später. Auf der anderen Seite gaben sogar 57 Prozent der deutschen Unternehmen an, dass sie noch nie in KI investiert haben und dies auch in Zukunft nicht planen.

 

Viele Geschäftsbereiche können von KI profitieren

Die Studie untersuchte auch, wofür Künstliche Intelligenz in denjenigen deutschen Unternehmen eingesetzt wird, die diese Technologie bereits implementiert haben (Abb. 3).

Die überwiegende Mehrheit der KI-Anwendungen in deutschen Unternehmen wird im Marketing eingesetzt (71 Prozent), hauptsächlich für personalisierte Werbung. 64 Prozent der Unternehmen nutzen KI, um interne Prozesse in der Produktion und Wartung zu verbessern. Fast ebenso viele setzen KI im Kundenservice ein (63 Prozent), zum Beispiel bei der automatisierten Beantwortung von Anfragen. Etwa jedes zweite Unternehmen setzt KI zur Analyse des Kundenverhaltens im Vertrieb (53 Prozent) oder abteilungsübergreifend zur Erstellung von Texten wie Berichten oder Übersetzungen (50 Prozent) ein.

Geschäftsfelder, in denen deutsche Unternehmen auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen einsetzen

Abb. 3 — Geschäftsfelder, in denen deutsche Unternehmen auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen einsetzen.

44 Prozent der Unternehmen nutzen KI im Rechnungswesen, zum Beispiel für automatisierte Buchungen. 43 Prozent verwenden KI zur Managementunterstützung, unter anderem zur Strategieentwicklung. Auch in der IT (39 Prozent) und in der Logistik (35 Prozent) sind verschiedene KI-basierte Lösungen eingeführt worden, zum Beispiel für eine bessere Routenplanung.

Weniger häufig wird der Umfrage zufolge Künstliche Intelligenz in Forschung und Entwicklung (25 Prozent) oder im Personalwesen (21 Prozent) eingesetzt, etwa zur Vorauswahl von Kandidaten. 18 Prozent nutzen KI, um Risiken im Unternehmen zu erkennen, zum Beispiel im Controlling. Sehr selten findet KI Anwendung in Rechts- und Steuerabteilungen (1 Prozent).

 

Praktische Anwendungsfälle sind vielversprechend

„In der deutschen Wirtschaft finden wir zahlreiche Beispiele für Unternehmen, die erfolgreich Lösungen auf Basis von künstlicher Intelligenz einsetzen und entwickeln“ — sagt Franz Lingner. „Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist die BMW Group, die 2018 ein ‚Project AI‘-Kompetenzzentrum für Datenanalytik und maschinelles Lernen gegründet hat, um sicherzustellen, dass Wissen und Technologie effizient im gesamten Unternehmen geteilt werden.“

Aktuell setzt die BMW Group eine Reihe von KI-Anwendungen in Produktion und Logistik ein. In der Produktion werden KI-Anwendungen zum Beispiel für die Erkennung und Klassifizierung von Objekten in Bildern genutzt. So wird sichergestellt, dass alle Fahrzeuge in der kundenspezifischen Konfiguration wie bestellt gebaut werden und alle Komponenten in einwandfreiem Zustand sind.

Auch Einzelhändler sind zunehmend bereit, von Lösungen zu profitieren, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Hier sind die offensichtlichsten Anwendungsfälle für KI die Personalisierung von Kundenerlebnissen und Produktempfehlungen. Einsatzmöglichkeiten von KI im Einzelhandel sind jedoch viel breiter, wie das jüngste Beispiel der Schwarz-Gruppe, Eigentümerin von Lidl und Kaufland, zeigt.

Im ersten Quartal 2021 gab die Schwarz-Gruppe bekannt, dass sie zwei vollautomatisierte Filialen ohne Personal und Kassen eröffnet hat. Auf diese Weise testet das Unternehmen neue Supermarktkonzepte, die store.box und shop.box genannt wurden.

shop.box and collect.box - a new store concepts by Schwarz-Group

Das store.box-Konzept ist so konzipiert, dass es das traditionelle Einkaufserlebnis nachbildet. Es handelt sich um einen autonomen Convenience-Store, der mit einem innovativen System von Sensoren ausgestattet ist, die erfassen, welche Produkte der Kunde aus dem Regal genommen hat. Die Bezahlung erfolgt automatisch über eine mobile App, wenn der Kunde den Laden verlässt.

Das Konzept der collect.box ist ein wenig anders und ähnelt eher einem Automatenmodell. Der Kunde muss die Produkte im Voraus über ein Terminal oder eine mobile App bestellen. Die Bestellung wird dann automatisch abgeschlossen und an einen speziellen Automaten geliefert, von wo aus der Kunde sie abholen kann.

Ermöglicht wurden beide Lösungen durch künstliche Intelligenz, die für die Steuerung von Warennachschub und Sortiment zuständig ist. Mit Hilfe von KI ist der Hightech-Laden sogar in der Lage zu erkennen, wann ein Produkt zurück ins Regal gelegt wurde.

Ein weiteres aktuelles Beispiel dafür, wie deutsche Unternehmen künstliche Intelligenz nutzen, ist der Product Lifecycle Advisor, den Ratioform Verpackungen zur Vorhersage der Performance und zur Planung der Produktentwicklung einsetzt.

„Die auf maschinellem Lernen basierende Lösung ermöglicht es Ratioform, alle Produkte in ihrer jeweiligen Produktlebenszyklusphase im Blick zu behalten. So konnte der zeitaufwändige, manuelle Aufwand deutlich reduziert werden“ — erklärt Franz Lingner, der dieses Projekt im Auftrag von Striped Giraffe geleitet hat.

Dank der Lösung haben die Produktmanager von Ratioform einen kontinuierlichen Einblick in die Best- und Worst-Performer aus ihrem umfangreichen Produktportfolio. Darüber hinaus können sie durch die Vorhersage der zukünftigen Entwicklung von Produkten bereits im Vorfeld Maßnahmen ergreifen.

„Der Produktmanager kann zum Beispiel prüfen, ob eine bestimmte Marketing- oder Bundle-Initiative verhindern könnte, dass ein Artikel in die nächste Phase des Produktlebenszyklus abdriftet“ — erklärt Lingner.

 

Ratioform case study. A machine learning-based product lifecycle advisor

Unternehmen verlassen sich meist auf Experten

Viele Unternehmen, vor allem kleine und mittelständische, sehen künstliche Intelligenz immer noch als abstrakte Technologie und ihre Umsetzung als sehr kompliziert und nur mit Hilfe von Experten realisierbar. So ist es nicht verwunderlich, dass sich nur wenige Unternehmen dazu entschließen, eine solche Lösung in Eigenregie zu entwickeln. Die große Mehrheit holt sich Unterstützung bei erfahrenen Partnern.

Das bestätigt auch die Bitkom-Studie. Sie hat ergeben, dass nur 3 Prozent der Unternehmen, die KI bereits einsetzen oder dies planen, solche Lösungen eigenständig und ohne Unterstützung erstellen. Fast die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) entwickelt und programmiert KI-Anwendungen gemeinsam mit externen Partnern, meist aus Deutschland (71 Prozent). Darüber hinaus kaufen oder mieten 6 von 10 befragten Unternehmen (57 Prozent) KI-Anwendungen von Drittanbietern, ebenfalls überwiegend aus Deutschland (46 Prozent).

In den meisten Fällen ist die Unterstützung durch einen erfahrenen Partner entscheidend für den Projekterfolg und zur Erzielung messbarer Ergebnisse in relativ kurzer Zeit. Wenn der Hauptgrund für den Nicht-Einsatz von künstlicher Intelligenz ein Mangel an Ressourcen und Kompetenz ist, macht es durchaus Sinn, auf einen externen Dienstleister zuzugehen und sich zumindest über potenzielle Einsatzmöglichkeiten beraten zu lassen.

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